Ein Besuch der kleinen Handwerkerstadt gegenüber des Nürnberger Hauptbahnhofs ist gerade in der Vorweihnachtszeit besonders loh-nenswert, denn dann präsentiert sich der Handwerkerhof im festlichen Lichterglanz und ist weihnachtlich dekoriert. Die beliebte Touristenattraktion im ehemaligen Waffenhof der Stadt erlebt in der Vorweihnachtszeit den größten Ansturm. Viele Besucher des Christkindlesmarktes machen bei ihrem Bummel durch die weihnachtlich geschmückte Stadt auch einen Abstecher in den Handwerkerhof, der mit seinem mittelalterlichen Ambiente zu begeistern weiß. Insbesondere wenn Neuschnee gefallen ist und die kleinen stilisierten Fachwerkhäuser mit einer weißen Haube überzogen sind, entfaltet der Handwerkerhof seinen ganz eigenen Zauber.
In der Vorweihnachtszeit gibt es Vieles im Handwerkerhof zu entdec-ken. Wer noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk ist, wird hier garantiert etwas Passendes finden. Der Handwerkerhof ist auch ein ideales Ziel für alle, die beim Einkaufsbummel eine Pause und Stärkung brauchen. Zum Verweilen bei typisch fränkischen Gerichten laden das Bratwurst-Glöcklein und die Fränkische Weinstube ein.
Krippenschau des Vereins Nürnberger Krippenfreunde e.V.
Die meisten der insgesamt 14 ausgestellten Krippen wurden von den Mitgliedern des Vereins selbst angefertigt und mit viel Liebe zum De-tail gestaltet. Die Krippen entstanden unter Verwendung unterschied-lichster Materialien und jeder Krippenbauer hat die Geburt Christi und die Weihnachtsgeschichte auf seine ganz persönliche Weise inter-pretiert. Ein Ziel der Ausstellung ist es, den Besuchern aus nah und fern die Faszination der Krippenbaukunst nahe zu bringen und auch junge Menschen für dieses schöne Hobby zu begeistern.
Nachstehend einige Beschreibungen der ausgestellten Krippen (Auswahl):
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Anbetung der Hirten
Erstellt 2009-2010 von Imelda Schulz, 30-cm-Figuren aus Efa-plast, in Anlehnung an ein Gemälde des italienischen Barockma-lers Guido Reni (1575-1624)
Die sehr ausdrucksstarken Figuren wenden sich innig dem Jesuskind zu. Ihre unterschiedlichen Empfindungen sind den Gesichtern abzu-lesen. Die Besucher an der Krippe möchten dem Kind ganz nahe sein, deshalb knien sie sich hin und drängen sich eng zusammen. Während Maria den Besuchern gern ihren Sohn zeigt, ist Josef etwas zurückhaltend wegen der vielen Besucher. Imelda Schulz modellierte die 30-cm-Figuren von Hand aus Efaplast. Das Kunststoffmaterial wird über Draht modelliert, trocknet an der Luft und lässt sich gut fas-sen.
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Drei süditalienische Krippen
Brigitte Zagel macht häufig in Süditalien Urlaub, knüpft dort Kontak-te zu italienischen Krippenfreunden und ist immer auf der Suche nach Figuren, die sie z.B. im Herzen Neapel findet, in der „Via San Gregorio Armeno“, in der unzählige Läden mit Krippenfiguren und Krippenzubehör ganzjährig geöffnet haben. Brigitte Zagel hat die Ge-bäude mit sehr viel Geschick der italienischen Umwelt entnommen und an die Figurengröße angepasst.
- Die Eckkrippe mit Figuren von Angela Tripi aus Palermo, wur-de 2006 gefertigt. Die 12 cm großen Tonfiguren wurden von der 70jährigen Brigitte Zagel besonders eindrucksvoll modelliert. Die Stoffe wurden in Leim gedrängt und faltenreich über die Tongliedmaßen kaschiert. Die Ein-fachheit der Ruine mit dem teilweise abgefallenen Putz lenkt das Geschehen auf das Erlöserkind.
- Die Ruinenkrippe mit 12cm Figuren gefertigt von Giuseppe Ferrigno, Neapel, gefasst von Brigitte Zagel. Unverputzt zeigt die Ruine die verschiedenen Ziegel und Sandstein-arten, so wie man Gebäude früher hergestellt hat.
- Und die Volkstümliche Krippe zeigt 5 cm Figuren, die dem ita-lienischen Dorfleben angepasst sind und den italienischen Alltag zei-gen.
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Simultankrippe im orientalischen Stil
Max Munker, der im August 2011 seinen 2. Meisterkurs absol-vierte, hat für den Aufbau der Gebäude, 6.5 cm große Marolin-Figuren festgelegt. Den Zeitverlauf hat er mit einem elektrischen Drehteller gelöst.
Die Grippe besitzt drei Teile: Im 1. Teil wird die Herbergssuche ge-zeigt, im 2. Teil befindet sich die Heilige Familie in einer alten Ruine, die das zerstörte Haus Davids darstellt, das Christus wieder neu auf-baut. Und im 3.Teil ist die Flucht nach Ägypten in einer schmalen Felsenschlucht dargestellt.
Von Max Munker stammt auch eine Laternenkrippe, die er mit der Flucht nach Ägypten bemahlte und deren Hintergrund eine Stadtansicht von Nürnberg zeigt.
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Äthiopische Krippe im Besitz von Ottmar Schellhas
Diese Krippe wurde in einer Behindertenwerkstatt in Addis Abe-ba hergestellt und von einer Reise nach Äthiopien mitgebracht.
Die Äthiopier gehörten zu den ersten Christen und leben auf dem Land weitgehend noch wie zurzeit Jesu. Die einzelnen Figuren sind in traditionelle Gewänder gekleidet: Maria trägt z.B. eine „netela“, ei-nen handgewebten Schal. Das Jesuskind liegt in einem Steintrog, wie ihn äthiopische Bauern heute noch zum Füttern des Viehs ver-wenden. Josef ist in die handgesponnene und -gewebte „gabi“ ge-wickelt. Sie dient als Decke und auch als Mantel, um vor Staub, Kälte und Hitze zu schützen. In seinem „agilgil“, einem aus Gras gewebten Korb, trägt er Nahrung für unterwegs. Der alte Hirte hütet die Schafe und verkauft Wolle. Er schützt sich gegen Kälte mit einer Wollmütze und einem Schaffell. Dagegen trägt der junge Hirte europäische Klei-dung und repräsentiert damit die junge Generation, die sich der mo-dernen Welt anschließen will. Ochs und Esel sind seit Tausenden von Jahren die wichtigsten Tiere der äthiopischen Landwirtschaft. Kamele sind das Haupttransportmittel der Halbnomaden, die in der Wüste und dem Buschland Ostäthiopiens leben.
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Orientalische Landschaftskrippe im Besitz der Nürnberger Krippenfreunde
Die Krippe wurde 1971 vom Bildhauer Josef Baumer aus Am-berg erstellt.
Die 20 cm großen Krippenfiguren sind mit großem künstlerischem Geschick aus Holz geschnitzt, gefasst und mit Stoff bekleidet. Die Gebäude sind ebenfalls in Holz geschnitzt. Das Wertvollste ist jedoch das Hintergrundbild ebenfalls von 1971. Der Künstler war der Land-schaftsmaler und Krippenbauer Josef Krebs aus Gaustadt, der die-ses Kleinods im Alter von 84 Jahren als letztes Werk schuf.
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Papierkrippe im Barockstil im Besitz der Nürnberger Krippen-freunde
Die Papierfiguren wurden von dem Kirchenrestaurator Franz Weiß aus Kastl handgemalt und ausgeschnitten. Für die 12 cm großen Fi-guren wurde ein sehr kunstvoller Barockkasten gefertigt.
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Wurzelkrippen
Wurzelkrippe gefertigt von Walter und Ursula Übelhör, 2007
Im Jahr 1955 brachte die Firma Hausser die ersten Kunststofffiguren aus Elastolin für Krippen auf den Markt. Ursula Übelhör erweckte durch das Fassen mit Ölfarben die Figuren zum Leben. Leider ging die Firma Hausser 1983 in Konkurs.
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Die Wurzelkrippe gefertigt von Jürgen Büttner
In und um die Wurzelhöhle befinden sich 10 cm große Marolinfigu-ren. Die Firma Maar in Thüringen fertig seit den 1920er Jahren Figuren aus Pappmaschee mit Zusatzstoffen (Marolin genannt). Zur DDR-Zeit musste die Krippenfiguren-Produktion eingestellt werden. Nach der Wende wurden die Figurenformen wieder aus dem Lager geholt und seither kann man solche Krippenfiguren wieder erwerben.
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Tiroler Ausschneidekrippe
14 cm großen Papierfiguren von Benno Bliemel
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Ytong-Krippe von Luise Böhm
Luise Böhm gelang es aus dem grobkörnigen, schwierig zu bearbei-ten Leichtbaumaterial sehr eindrucksvolle, kreative Krippenfiguren zu gestalten. Die 62 cm großen Figuren entwickeln besonders bei angestrahltem Licht, durch das weiße Material, ein besonderes Leuchten.
Informationen zu den Krippen:
Max Munker
Beirat bei den Nürnberger Krippenfreunden e. V.
Gerhart-Hauptmann-Straße 110
90763 Fürth
Tel. 0911/7664437
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Öffnungszeiten des Handwerkerhofes
Der Handwerkerhof ist während des Nürnberger Christkindlesmark-tes von Montag bis Sonntag durchgehend geöffnet. Nach den Weih-nachtsfeiertagen ist er nochmals in der Zeit vom 27. – 30. Dezember geöffnet.
Montag – Samstag:
Handwerkerhof: von 9 - 22 Uhr
Ladengeschäfte: von 10 - 18.30 Uhr
Gastronomie: von 10.30 - 22 Uhr
Advents-Sonntage
27. November, 4. Dezember, 11. Dezember, 18. Dezember:
Handwerkerhof: von 9 - 22 Uhr
Ladengeschäfte: von 10 - 18 Uhr
Gastronomie: von 10.30 - 22 Uhr
Vom 1. Januar bis Frühlingsbeginn 2012 bleibt der Handwerker-hof geschlossen.
Weitere Informationen unter www.handwerkerhof.de.
Handwerkerhof – Eine Einrichtung der Stadt Nürnberg – Betrieb gewerblicher Art „Märkte“








